Klimasünder Lebensmittel

Reformhaus, Bauernmarkt oder Supermarkt – Wo soll man Lebensmittel einkaufen, wenn man die Umwelt schonen will? Welche Kriterien soll und kann man beachten? Egal, was man isst, egal worauf man besonders achtet – ganz richtig macht man es nie. Selbst wenn das Fleisch von einem glücklichen Tier stammt und man die Zutatenliste genau studiert – das Klima beeinflusst man auf jeden Fall. Der bayrische Rundfunk (BR) hat unter der Redaktion von Armin Olbrich recherchiert. Man ist dafür den Spuren der Lebensmittelindustrie gefolgt, hat die Ergebnisse von großen Studien hinterfragt, die Transportwege verglichen, Visionäre der Landwirtschaft besucht und ist dabei auf überraschende Erkenntnisse gestoßen.

Heimischer Apfel oder aus Neuseeland?

Man möchte es gar nicht glauben!!! Die Ökobilanz von heimischen Äpfeln ist nicht immer besser als von Äpfeln aus Neuseeland, wenn – und das ist entscheidend (!!!) – die Jahreszeit nicht zum Lebensmittel passt! Der Transport eines Riesenfrachters von Neuseeland nach Europa verschlingt etwa 1 Million Liter Treibstoff. Und trotzdem verliert der Apfel, der in 20.000 km Entfernung gewachsen ist, nur knapp in der Ökobilanz gegen den heimischen. Dafür gibt es 2 Gründe: Einerseits relativiert sich der gigantische Treibstoffverbrauch eines Megaschiffes aufgrund der enormen Warenmengen, andererseits verbraucht  die Kühlung der hiesigen Äpfel über 8 Monate bei 2 °C zum Haltbarmachen eine erhebliche Menge an Energie.

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Tiefkühlpizza vs. selbst gemachter Pizza

Wer ist der größere Klimasünder? Die Umweltbelastung einer Tiefkühlpizza entsteht durch den Energieverbrauch des Ofens, der Verpackungsherstellung und dem Frosten. Stellt man dieser Belastung den Energieverbrauch einer selbst gemachten Pizza gegenüber, schneidet die TK-Pizza nicht schlechter ab. Das hat eine Studie der Technischen Universität München ergeben. Das gilt übrigens auch für andere Tiefkühlprodukte. Der Grund: Die massenhafte Stückzahl einer Tiefkühlproduktion reduziert den Energieverbrauch des Einzelstücks. Nachteil der TK-Pizza: Sie ist in Plastik verpackt, das aufgrund der enthaltenen Weichmacher gesundheitsschädlich ist.

Besser für die Umwelt: Bioprodukte oder konventionelle Lebensmittel?

Konventionelle Lebensmittel werden in Übermengen produziert, sodass anfallende Treibstoffgase – wie etwa das schädliche Lachgas – auf das Einzelstück gerechnet keinen Nachteil in der Klimabilanz gegenüber Bioprodukten darstellen. Bei Faktoren wie Pflanzenvielfalt, Bodenleben und Raubbau allerdings sind biologische Lebensmittel die eindeutigen Gewinner. Trotzdem: ob Bio oder nicht: 1000 km Transport bleibt 1000 km Transport.

So kaufst du klimaschonend ein:

  • Nur mehr 2 x in der Woche Fleisch aus biologischer Landwirtschaft kaufen
  • Lebensmittel bevorzugen, die zur Jahreszeit passen
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von Alexander Osl
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