Laktose, Fruktose, Histamin, Gluten, Weizen

Dieser Artikel soll dir eine Übersicht über 5 häufig vorkommende unverträgliche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln geben. Beschwerden, Diagnose, Behandlung auf einen Blick. Auf seriöser Basis. Medizinisch und diätologisch wissenschaftlich fundiert.

Warum das wichtig ist? Solltest du den Verdacht haben, an einer Allergie oder Unverträglichkeit zu leiden, können Suchmaschinen sehr verwirrend und Testverfahren aus dem Internet enttäuschend sein. Außerdem gibt es zahlreiche unseriöse Diagnoseverfahren!!!

Gluten verklebt den Darm!

Weizen ist überzüchtet! Milch ist Nahrung für Kälber, aber nicht für Menschen!

Menschlicher Darm

So steht es zumindest in vielen Revolverblättern und Heilkundezeitschriften. Immer mehr Inhaltsstoffe, die vor Jahren noch unbedenklich waren, werden heute verteufelt und werden auf die rote Liste gesetzt. Aber von wem? Und warum?

Ein Fünkchen Wahrheit muss doch dran sein, dass Gluten & Co. ungesund sind. Ja, das Fünkchen gibt es auch. Es gilt aber nur für diejenigen, auf die die Intoleranz oder Allergie tatsächlich zutrifft. Einige Ernährungsexperten und Journalisten stellen solche Aussagen oft nur pauschaliert dar. Teilweise auch ohne Recherchen und Studienanalysen. Vielleicht springen wir Leser aber gerne mit auf – auf den Sensationszug. Vielleicht wollen wir ja genau das hören oder lesen und erhoffen uns eine einfache Lösung auf unsere Bauchbeschwerden und das eigene Unwohlsein?! Außerdem haben wir ja schon immer geahnt, dass Weizen und Milch nicht gesund sein können.

Schließlich steht´s doch überall. Und Nachbar Kurt sagt auch: „Seit ich auf Ziegenmilch und Dinkel umgestiegen bin, geht´s mir besser.“

Wer behauptet sowas?

Leider stehen wir vor der unangenehmen Situation, dass fundiertes Ernährungs-Fachwissen und laienhaftes Halbwissen kaum bis gar nicht unterscheidbar sind. Ernährung allgemein und Unverträglichkeiten besonders sind ein Thema für jedermann. Gewissermaßen spricht jeder davon, aber kaum jemand versteht die Zusammenhänge und noch weniger Menschen sind auf dem aktuellen Stand seriöser Ernährungsstudien. Ganz davon abgesehen, ist es gar nicht so einfach, seriöse von unseriösen Studien auseinanderzuhalten. Übrigens gilt das zum Teil auch für Experten.

Und warum?

Den Artikelschreibern, TV-Experten oder Produkteverkäufern geht es in erster Linie nicht um deine Gesundheit! Ernährung ist ein Big Business, es ist ein lukratives Geschäft, es geht um Einschaltquoten, um Sensation. Das „böse“ Lebensmittel klingt halt um einiges spannender als die gesunde Jause.

Wer ist der Profi?

Da geht´s eigentlich schon los! Zu wem soll man gehen, wenn der Bauch drückt und man sich unwohl fühlt? Der erste Ansprechpartner sollte auf jeden Fall der Arzt sein. Ist der Arzt nicht auf Lebensmittelintoleranzen- und -allergien spezialisiert, sollte er/sie an eine/n Kollegin/Kollegen oder an eine/n Diätologin/Diätologen überweisen.

Nach erfolgter Diagnose wird für die leichtere Umsetzung im Alltag die Begleitung durch Diaetologen empfohlen!

Allergie oder Unverträglichkeit?

Ja, das ist ein gravierender Unterschied! Er muss unbedingt abgeklärt werden, bevor mit einer Diagnose und Behandlung gestartet wird.

Allergie =
eine Überreaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff im Lebensmittel. Man spricht von einer immunologischen Reaktion. Häufige Beschwerden sind Juckreiz der Haut,  Schwellungen im Mund, Atemnot oder Herzrasen bis zu lebensbedrohlichem Kreislaufversagen.

Unverträglichkeit (Intoleranz) =
eine Reaktion OHNE Beteiligung des Immunsystems. Gewisse Enzyme oder Transportproteine sind reduziert oder in ihrer Funktion gestört. Daher können bestimmte Stoffe wie z.B. Laktose oder Fruktose nicht oder nur schlecht abgebaut werden. Durchfälle, Bauchschmerzen und Blähungen können die Folge sein.

Diagnose – richtig und seriös

Hauttest (Prick-Test): Allergie
Bluttest (IgE-Antikörper, RAST-Test): Allergie
Darmbiopsie (Gewebeprobe): Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
H2-Atemtest: Fruktose, Laktose

Sämtliche andere Tests sind nicht „State of the Art“, also unseriös.

Nicht anerkannte Diagnosemethoden

  • IgG – Antikörpertest (oft im Internet zu finden)
  • Bioresonanz
  • Autonome Regulationstestung
  • Kinesiologische Untersuchung

The Big 5

Hier findest du 5 häufige Inhaltsstoffe, die zu Beschwerden führen können.

1. Laktose (Milchzucker)

Beschwerden: Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen
Diagnose: H2-Atemtest
Behandlung: Bei positivem Befund: Laktosearme bzw. -freie Ernährung

2. Fruktose (Fruchtzucker)

Beschwerden: Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Sodbrennen
Diagnose: H2-Atemtest
Behandlung: Bei positivem Befund: Fruktosearme bzw. -freie Ernährung

3. Histamin

Beschwerden: Juckreiz, Hautrötung, Sodbrennen, Schweißausbruch, Hitzewallung, Erbrechen, Augenbrennen, uvm.
Diagnose: Ernährungs- und Beschwerdetagebuch (DAO* Bluttest nicht geeignet!)
Behandlung: Histaminarme bzw. -freie Ernährung, Antihistaminika, DAO*-Präparate

*DAO … Diaminoxidase, das ist das Enzym, das Histamin im Körper abbaut

4. Gluten (Zöliakie)

Beschwerden: Durchfall, Gewichtsverlust, Blähbauch, Erbrechen,
Diagnose: Bestimmung der Blutwerte tTG* oder EMA* – Wenn positiver Blutbefund, dann Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Duodenalbiopsie (Dünndarmbiopsie)
Behandlung: Glutenfreie Ernährung ein Leben lang

*tTG … Transglutaminase-Antikörper 
*EMA … Endomysiale Antikörper

5. Weizen

Beschwerden: Durchfall, Blähbauch, Juckreiz, Hautquaddeln
Diagnose: IgE-Antikörpertest, Haut-Pricktest, Ernährungs- und Beschwerdetagebuch
Behandlung: Weizenarme- bzw. weizenfreie Ernährung

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